Votivbilder vom Gschnaidt

 

Das Gnadenbild im Gschnaidt bei Frauenzellsteht ist in der kleinen Kapelle. Es sind Maria, Jesus und Johannes. Unten: Die Pilger hinterlassen ihre Wallfahrerkreuze bei den Kapellen.

 

Schon die Kulturen der Vorgeschichte und der Antike kannten den Brauch an heiligen Stätten mit Votivgaben der Gottheit zu danken. Das geschah damals wie heute meist für die erfolgte oder gewünschte Rettung aus einer Notlage. Das Votivblech bestand meist aus Silber, Bronze oder Gold. Im Laufe der Zeit häuften sich als Tempelschatz große Vermögen an, die man in Notzeiten verwenden konnte.

Gute Beispiele aus römischer Zeit finden sich im Kastell Weißenburg.    

Auch im Gschnaidt überdauert eine Reihe von Votivblechen. Sie stammen aus dem 18. und 19. Jahrhundert. In der Regel stellen sie die erkrankten Körperteile dar. Für die Heilung bitten die Gläubigen die Heiligen um Genesung.                                                                                                                         

Votivbleche aus dem Gschnaidt

 

Ein Herz aus Silberblech. Umrahmt von einem Myrtenkranz. Seit jeher galt das Herz als Zentrum von Seele und Körper.

 

      Ein Votivblech in Form einer Zunge. Vermutlich stotterte das Kind. Deshalb wallfahrte die Mutter zum Gnadenbild im Gschnaidt und gab ihre Sorge in die Obhut der Heiligen.

 

 

 

 

Heute wird zumeist Hilfe durch eine Tablette erwartet. Die Heilung durch eine Votivgabe stand dem aber in der Wirkung wohl wenig nach. Nicht zuletzt weil dem Patienten viel Aktivität abverlangt wurde: Wandern, Beten und Singen, Opfern und Spenden.

 

Ein kranker Fuß soll wieder gesund werden. Mit dem Wort Fuß ist im Schwäbischen das ganze Bein gemeint. 

 

Brennendes Herz mit Flamme vom Schwert durchbohrt

 

Der kranke Finger wird mit einem Silberblech nachgebildet und zur heiligen Stätte gebracht. Die heilende Kraft geht auf wundersame Weise vom Gnadenbild auf den Patienten über.

 

Einfaches naives Portrait, sicher von einem Laien aus Blech getrieben

 

Unterschenkel und Fuß

 

Pferd in einem goldenen Rahmen

 

Die Augen sollen geheilt werden.

 

 

 

Sprachstörung. Damals heilten die Heiligen.. Heute heilt der Logopäde.

 

 

 

 

Fuß auf einem Podest in einer surrealen Landschaft

 

Ein Herz mit Kreuz  und Lungenflügel

 

Portrait von einem Mann oder einer Frau von der Seite

 

Votivblech im Rahmen

 

Frau mit Kurzhaarfrisur. Der Stil weist auf das frühe 19.Jahrhundert hin.

 

Das Votivblech hat Hand und Fuß.

 

Die beiden Füße sind spiegelbildlich dargestellt.

 

Der Patient bekennt: Mir ist geholfen worden.

 

 

Frau in Silber mit blauer Halskette

 

Frau mit aufwendiger Kleidung und hochgesteckter Frisur

 

Betende Frau im wallenden Kleid

 

Das Pferd,ein treuer Helfer,wurde auch dem Schutz der Heiligen empfohlen.

 

Anatomisch nicht ganz korrekt ist der Daumen an die Finger angereiht.

 

Weiblicher Arm und Hand

 

Das Organ ist herzförmig.

 

Auge mit Pupille, Iris, Augapfel, Wimpern, Lider und Brauen

 

Eine Münze mit Pferd, umrahmt von Eichelblatt und Farn. Das Motiv weist auf eine spätere Entstehungszeit hin.

 

Aus einem Sortimen an Votivblechen konnte der Kranke wählen.

 

Votivblech aus dem römischen Kastell Weißenburg. Das Silberblech war dem Gott Merkur geweiht. Merkur war der Gott der Reisenden. Flügelpaare an Helm und Füßen wiesen auf die Allgegenwärtigkeit.

Bei Umzügen und Prozessionen wurde die Weihegabe mitgetragen.

 Votivtafeln und Andachtsbilder

 Im Laufe des 19. Jahrhunderts traten an die Stelle der Votivbleche zunehmend Votivtafeln.

 Gemalt wurde in der Regel die Rettung aus höchster Not.

 

 

 

 

Im Vorraum der großen Kapelle sind die Votivtafeln aufbewahrt.

 

Votivtafel.Der kniende Hirte betet zum Gnadenbild vom Gschnaidt für den Schutz der Herde.

 

Ein gerahmtes Andachtsbild von 1880

 

Votivtafel mit Inschrift: Am 15. August 1860 hat mich der liebe Gott am Leben erhalten.

 

Votivtafel.Ex Voto 1855. Das Auge im Dreieck schützt und wacht.

 

Votivtafel.Hilfe von Maria und dem Jesuskind

 

Auch für das Vieh wurden Schutz und Gesundheit erfleht. Die Votivtafeln verblieben am Wallfahrtsort.

 

Das Prager Jesuskind. Textilarbeit mit Rahmen. Eine sogenannte Klosterfrauenarbeit.

 

1850 Der Besitzer der Pferde und Spender der Votivtafel dankt: Gott Lob! Mir ist geholfen worden.

 

Andachtsbilder wurden von der Heilstätte nach Hause gebracht. Mit ihnen konnte man zeigen, dass man wirklich den Wallfahrtsort besucht hatte.

 

Allgäuer Vieh auf einer Votivtafel

 

Wachsfigur. Maria mit dem Jesuskind. Die Glashaube ist abgenommen.

 

Ovales Gesteck. Durch Gottes Barmherzigkeit ist mir geholfen worden.

 

Blumengebinde: Gelobt sei Jesus Christus.

 

Andachtsbild

 

1949 Schwarz-Weiß-Bild vom Gnadenbild

 

Andachtsbild

 

Herzförmiges Andachtsbild

 

Andachtsbild

 

1949  Große und kleine Kapelle

 

1949 Postkarte

 

1990 Gschnaidtwirt Martin Baur wurde 90. 

 

Martin Baur geboren 1900

 

 

 

 

Mehr denn eh und jeh blüht die Wallfahrt im Gschnaidt. Seit es Brauch ist fur eine gewisse Zeit die Sterbekreuze im Gschnaidt aufzubewahren, besuchen die Angehörigen wiederholt den Ort.

 

Sterbekreuze im Gschnaldt

 

In der großen Kapelle

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