St. Mauritius

 

 

 

Die Kirche entstand innerhalb der Mauern der alten Burg Muthmannshofen, die um 1200 nach Hohenthann ausgesiedelt wurde. Später diente sie als Fluchtburg der Kemptener Fürstäbte. Die Pfarrei wurde erstmal 1275 erwähnt. Der erste Pfarrer war der Burgherr selbst. Conradus Burger.                                                                                                   

 

Zur Dorfgeschichte:  Die Erstbesiedlung Muthmannshofens erfogte im Jahre 843 durch  "Mutawin". Dies belegen Urkunden des Klosters St. Gallen. Nach 1465 hat der Burgherr selbst, nämlich Ritter Heinrich von Hohenthann, den Pfarrer für Muthmannshofen vorgeschlagen. Pfarrer Matthias Möst wurde 1562 Opfer des Bauerrnkrieges. Ein Visitationsprotokoll schreibt über Pfarrer Steirer. Er ist bei seinen Pfarrangehörigen sehr beliebt. Zum Missfallen des Bischofs ist er auch Vater von sieben Kindern.

Der heutige Kirchturm ist vermutlich aus dem 11. Jahrhundert und diente ursprünglich den Herren von Muthmannshofen als einfacher Wohnturm.

 

 

 

Später wurde an dem Wohnturm die Pfarrkirche angebaut. Im Dezember 1481 wurde eine Sammlung für die ruinöse Kirche im Muthmannshofen genehmigt. Soweit zur Frühgeschichte.

Unsere Kirche ist geweiht dem Heiligen Mauritius. Verehrt als Schutzheiliger des Heeres wurde er aufgerufem vor Kämpfen, Gefechten und Schlachten. Sein Gedenktag ist der 22. September. Ein Bildnis befindet sich am Hochaltar

 

 

 

 

 

Zur Geschichte des Heiligen Mauritius: Der römische Kaiser Maximilian gab im Jahre 302 der Legion unter Mauritius den Befehl gegen die Christen vorzugehen. Nach der Befehlsverweigerung ließen sich Offiziere und Mannschaft ohne Gegenwehr als Märtyrer für ihre Religion hinrichten.

 

 

Turmbesteigung

 

Eingang in den Turm. Schmale Treppen führen hoch.

 

Als Treppenabsatz verwendete man Balken, die man diagonal teilte. Es ergaben sich dann zwei Treppenabsätze.

 

Die Etage, wo heute der Uhrenkasten steht, war der erste Wohnraum. Aus Sicherheitsgründen durfte das Fenster nicht allzu groß sein. Nur in der tiefen Fensterleibung hatte man etwas Helligkeit. 

 

Überall im Mauerwerk sind Löcher, Lücken und Lucken. Durch sie konnte man nach außen schießen und sich so verteidigen.

 

Marienglocke. Auf ihr ist der Name Max Schönreiter vernerkt. Er hatte besondere Verdienste für die Wiederbeschaffung der bronzenen Glocken.

 

Für die Gefallenen der Weltkriege. Ein toter Soldat. Im Hintergrund Ruinen.

 

Die Rundbogenfenster sind Wind und Wetter ausgesetzt und so stark verwittert. Sie sind wohl schon fast 900 Jahre alt, so alt wie der Turm. 

 

 

Die Glockenstube ist die Heimat der Glocken.

 

Im Krieg mussten drei von den vier Glocken abgeliefert werden. Sie wurden anfangs durch Glocken aus Eisen ersetzt. Allerdings hatten diese nicht den schönen Nachhall der Bronzeglocken. Erst ab 1977 waren wieder alle vier aus Bronze.

 

Inschrift auf der Glocke: Rudol Perner

                                             Anno Domini

                                             1977

                                             Passau

 

Glockenstube. So können unsere Glocken auf eine bewegte Vergangenheit zurückblicken. Nach neuesten Erkenntnissen stammt eine aus dem Jahre 1432. Die anderen mussten zur Waffenproduktion abgeliefert werden. Dreimal war dies der Fall: 1870, 1917 und 1940.

 

Ein Blick aus den Schallloch über das Kirchenschiff

 

Im  Westen sieht man über dem Wald einen hohen Krahn hervorragen. Denn zur Zeit, 2017,  wird die Muna zu einem Freizeitzentrum umgebaut. 

 

In der Mitte durchzieht am Boden ein langer Balken den Dachstuhl. Er soll das Kirchenschiff stabilisieren.

 

Im Dachraum der Kirche eine Vorrichtung zun Auf- und Abbewegen des Ewigen Lichtes

 

Glasrosette in der Westfasade

 

Neue Balken verbinden die Sparren diagonal und stabilisieren .

                                                                                                                                                                                                           Um den Turm

 

St. Mauritius von Osten. Die geringe Höhe erinnert daran, dass der Turm ursprünglich zum sicheren Wohnen gebaut wurde. Erst später wurde er zum Kirchturm und erhielt das spitze, hohe Pyramidendach.

 

Muthmannshofen um 1900

 

Pfarrhof im Jahre 2017, rechts der Pfarrgarten. Beim Vergleich mit der Grafik von 1900 erkennt man Unterschiede. Der Standort und die Dachform des Pfarrhofes haben sich geändert.

 

Unter der Linde eine Anlage zur Wasserverteilung

 

 

Fünf Wassestellen sind an die Wasserverteilung angeschlossen.

 

Zwei Linden mit mächtigen Kronen wachsen bei St. Mauritius. Sie wurden 1870 gepflanzt.

 

Das Kriegsgräberdenkmal soll entfernt werden. Im Hintergrund die Dorfwirtschaft.

 

 

 

 

 

 

Friedhof von St. Mauritius

 

In der Kirche

 

Sternenhimmel über dem Hochaltar. Zwölf Sterne und zwölf Sternzeichen im äußeren Kreis. Im Innern zwölf Sternbilder. Im Zentrum ein Kreuz mir zwei Weintrauben

 

 

Am Hochaltar zahlreiche geschnitzte Engel aus verschiedenen Epochen, Jugendstilengel und Engel des Spätbarocks mit gefaltenen Händen oder gekreuzten Armen.

 

 

Am Hochaltar ein Pelikan, der seine Jungen ernährt. Ein Symbol für die Liebe von Jesus.

 

 

Von der Kanzel gibt es eine nette Geschichte zu erzählen, wie sich während des Gottesdienstes einmal ein Hund versteckt hielt.

 

 

Die Seitenaltäre zeigen links die Heilige Anna, die Mutter Mariens und rechts den Heiligen Antonius von Padua, ein wichtiger Patron, denn er schützt vor Vergesslichkeit.

 

 

Ausschnitt aus dem Deckengemälde von der Aufnahme Mariens in den Himmel.

 

 

Blick von der Empore in das Kircheninnere

Terrazzo 

 

 

Der Terrazzofußbodenbelag besteht aus einem Mörtelbett. Er wird mit vielen kleinen Steinchen gemischt, sodann abgezogen und glatt poliert.

 

 

 

 

 

Der Terrazzoboden ist ein idealer Hintergrund für Mosaikarbeiten

 

 

In südlichen Ländern sind Terrazzoböden noch heute weit verbreitet.

 

 

Ein Provisorim als Ambo und Volksaltar musste fünfzig Jahre lang halten. Erst 2010 bekam die Gemeinde im Rahmen einer Kirchenrenovierung den neuen Altar. Der durchbrochene Volksaltar erlaubt einen Blick auf den Pelikan des Hochaltars.

 

 

 

 

Reliquien der Heiligen Kreszentia sind in dem Altar versenkt.

 

 

Das schönste in der Kirche überzeugt durch seine Einfachheit: Die Wangen der Kirchenbänke und die Mosaike in den Fußböden.

 

Die vier Evangelisten

 

Das Deckengemälde zeigt an den Eckpunkten die vier Evangelisten mit ihren Symbolen.

Glasmalerei an den Fenstern

 

 

Schiff mit Segel und Fahne. An Land ein Leuchtturm mit Flamme. Welliges Meer. Himmel aus Ornamenten.

 

 

 

Die Soldaten würfelten um das Gewand Christi. Ein Würfelbecher mit drei Sechserwürfel.  Ergebnis des Zufalls. Dagegen die Wage, Symbol der Gerechtigkeit.

 

 

Zwei Fische bei einem Anker mit Tau in einem Meer von Ornamenten

 

 

Die Taube mit einem Zweig des Ölbaumes im Schnabel

 

 

Vor der Schlacht an der Mivischen Brücke erschienen dem küftigen Kaiser Konstantin in den Wolken die Zeichen P und X . P für Pax und X für Christus.

 

 

Das Kreuz mit den Marterwerkzeugen: Geißel, Nägel, Hammer, Zange, Schwamm, Speer und Geißelsäule

 

 

Lamm Gottes mit Kreuz und Fahne

 

 

 

Maria mit dem Lamm Gottes und einer Friedenspalme

 

 

Der Heilige Antonius von Padua lebte von 1193 bis 1231. Er hatte eine außerordentliche Redebegabung. Schon bald nach seinem Tode wurde für den Patron der Vergesslichen eine große Kirche errichtet,

                                                                                                                                                                                           Sonstiges

 

Die Orgel stammt aus dem Jahre 1844 und ist leider nicht mehr in Betrieb. Sie ist vorläufig wegen der hohen Reparatur- und Betriebskosten stillgelegt. Doch gelegentlich werden die Orgelpfeifen von den Mitgliedern  des Kirchenchores noch mundgeblasen. 

 

 

 

 Glockensprache

 

 Kommt der Pfarrer aus der Sakristei, ertönen drei verschieden große Glocken. Es entsteht ein mehrstimmiger Klang.

 

 

Eine große Glocke ertönt, wenn der Pfarrer die Monstranz hochhebt.

 

 

Eine Glocke auf der Empore. Ihr Läuten bedeutet: Nach dem Gottesdienst werden amtliche Bekanntmachungen verkündet .

 

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